Eine Psychose kann verändern, wie ein Mensch sich selbst und seine Umgebung wahrnimmt. Ungewohnte Gedanken, Stimmenhören oder starkes Misstrauen können verunsichern und den Alltag erschweren. Auf Station 4 unterstützen wir Sie dabei, Ihre Erfahrungen einzuordnen, Beschwerden zu lindern und wieder mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen.
Psychosen sind behandelbar. Unser Ziel ist, dass Sie wieder mehr Lebensqualität gewinnen und Ihr Leben nach Ihren eigenen Vorstellungen gestalten können. Dabei zählen Ihre persönlichen Ziele: wieder besser schlafen, Beziehungen gestalten, einer Tätigkeit nachgehen oder mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten finden. Gemeinsam suchen wir nach den Schritten, die für Sie jetzt passen.
Unser Schwerpunkt ist die Diagnostik und Behandlung psychotischer Erkrankungen. Dazu gehören:
Schizophrenie und schizoaffektive Erkrankungen
bipolare Erkrankungen, bei denen auch psychotische Beschwerden auftreten können
psychotische Beschwerden im Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen, sogenannte organische Psychosen
Wir behandeln sowohl Menschen mit erstmals auftretenden Beschwerden als auch Menschen, die bereits frühere Erkrankungsphasen erlebt haben.
Auf Station 4 werden auch Menschen mit anderen psychischen Erkrankungen behandelt. Welche Station und welche Angebote geeignet sind, richtet sich nach dem individuellen Behandlungsbedarf.
Unser multimodales und multiprofessionelles Therapiekonzept
Wissenschaftlich fundierte Behandlung: Bei der Behandlung der Schizophrenie orientieren wir uns an der S3-Leitlinie Schizophrenie in ihrer aktuellen Fassung als Living Guideline. Sie wird regelmäßig anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisiert. Die Empfehlungen verbinden wir mit Ihrer persönlichen Situation, Ihren Wünschen und den gemeinsam vereinbarten Behandlungszielen.
Sie begegnen einem engagierten, offenen und humorvollen Team, das den Menschen hinter der Erkrankung sieht. Ein geschützter und wertschätzender Rahmen, eine verlässliche Tagesstruktur und tragfähige Beziehungen sollen Ihnen Halt und Orientierung geben.
Zu Beginn nehmen wir uns Zeit für Ihre aktuelle Situation, Ihre Vorgeschichte und Ihre Fragen. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir einen Behandlungsplan, der Ihre Beschwerden, Ihre Stärken und Ihre persönlichen Ziele berücksichtigt.
Multimodal bedeutet: Wir verbinden medizinische und psychotherapeutische Behandlung mit Pflege, Ergo- und Musiktherapie, Bewegung und praktischer Unterstützung im Alltag. Multiprofessionell bedeutet: Ärztlicher Dienst, Psychologie, Pflege, Ergo- und Musiktherapie, Physiotherapie und Sozialdienst bringen ihre unterschiedlichen Fähigkeiten ein und stimmen sich eng miteinander ab.
Erfahrungen und Gefühle lassen sich nicht immer leicht in Worte fassen. Gestalten, Musik und Bewegung bieten zusätzliche Möglichkeiten, sich auszudrücken, Spannungen wahrzunehmen und mit anderen in Kontakt zu kommen.
Die Bausteine greifen ineinander. So verbinden wir Bewegung und Ernährungsberatung mit der Kontrolle von Gewicht und Stoffwechsel; das in der Therapie Erarbeitete üben Sie auch in Alltagssituationen. Verlässliche pflegerische Begleitung und eine passende Tagesstruktur unterstützen Sie dabei. Welche Angebote Sie nutzen, richten wir nach Ihrem Bedarf, Ihren Wünschen und Ihrer aktuellen Belastbarkeit aus.
Unsere Diagnostik- und Behandlungsangebote
Eine sorgfältige Diagnostik bildet die Grundlage für Ihren Behandlungsplan. Darauf bauen die medizinischen, psychotherapeutischen und alltagsbezogenen Angebote auf.
Früherkennung und Differenzialdiagnostik
Ungewöhnliche Wahrnehmungen oder belastende Gedanken können verschiedene Ursachen haben. Wir klären, ob eine psychotische Erkrankung vorliegt, wie sie einzuordnen ist und ob andere Störungen die Beschwerden erklären oder zusätzlich bestehen.
Je nach Beschwerdebild berücksichtigen wir insbesondere:
organische psychotische Störungen, unter anderem bei Autoimmunenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine durch eine Fehlreaktion des Immunsystems bedingte Gehirnentzündung.
Schizophrenie und schizoaffektive Erkrankungen
bipolare und depressive Erkrankungen mit psychotischen Symptomen
durch Alkohol, Cannabis, andere Substanzen oder Medikamente ausgelöste Psychosen
Zur Differenzialdiagnostik gehört außerdem die Abgrenzung gegenüber Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Autismus-Spektrum-Störungen, Zwangsstörungen und Angsterkrankungen. Diese können auch gemeinsam mit einer psychotischen Erkrankung auftreten.
Zur Abklärung gehören Gespräche, eine körperliche und neurologische Untersuchung sowie Laboruntersuchungen. Je nach Fragestellung können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, etwa eine Messung der Hirnströme (EEG), eine Bildgebung des Gehirns (MRT) oder eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor). Wir erläutern Ihnen, warum wir eine Untersuchung empfehlen und wie sie abläuft. Bei Bedarf arbeiten wir insbesondere mit der Neurologie zusammen.
Bei ersten oder noch unklaren Anzeichen einer Psychose arbeiten wir mit dem Früherkennungs- und Therapiezentrum für Psychosen Magdeburg (FeTZ) zusammen. Erste Veränderungen bedeuten nicht automatisch, dass eine Schizophrenie vorliegt. Eine sorgfältige Abklärung hilft, passende Unterstützung zu finden.
Die medizinische Behandlung richtet sich nach der Diagnose und Ihren persönlichen Bedürfnissen. Antipsychotika können psychotische Beschwerden wie Stimmenhören oder bedrohliche Überzeugungen lindern und weiteren Erkrankungsphasen vorbeugen. Gemeinsam besprechen wir Nutzen, mögliche Nebenwirkungen, Alternativen und Ihre bisherigen Erfahrungen. Bei bipolaren Erkrankungen können auch stimmungsstabilisierende Medikamente infrage kommen.
Wir stimmen Präparat und Dosierung individuell ab und prüfen regelmäßig Wirkung und Verträglichkeit. Dazu gehören, abhängig vom Medikament und Ihrer Situation, Blutuntersuchungen, EKG und die Bestimmung von Medikamentenspiegeln im Blut. So können wir zum Beispiel klären, ob die Wirkstoffmenge passend ist oder Wechselwirkungen berücksichtigt werden müssen. Gewicht, Blutdruck und Stoffwechsel behalten wir ebenfalls im Blick.
Wenn die Wirkung nicht ausreicht, prüfen wir die Diagnose, die bisherige Behandlungsdauer, Dosierung, Medikamentenspiegel und mögliche Wechselwirkungen. Danach besprechen wir geeignete Anpassungen oder einen Medikamentenwechsel. Bei einer gesicherten medikamentösen Therapieresistenz der Schizophrenie kommt insbesondere Clozapin infrage; dabei sind besondere Kontrolluntersuchungen erforderlich.
Neben Tabletten können bei geeigneten Medikamenten länger wirksame Depotinjektionen eine Möglichkeit sein. Sie werden in größeren Zeitabständen gegeben. Ob diese Form zu Ihnen passt, besprechen wir gemeinsam.
Bei katatonen Syndromen und ausgewählten therapieresistenten Verläufen bieten wir auch Elektrokonvulsionstherapie (EKT) an; über die individuelle Eignung, den Ablauf, Nutzen und Risiken sprechen wir gesondert.
Kognitive Verhaltenstherapie bei Psychosen
In Einzel- und Gruppengesprächen nutzen wir unter anderem die kognitive Verhaltenstherapie für Menschen mit Psychosen. Grundlage ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit: Wir nehmen Ihre Erfahrungen ernst, erklären unser Vorgehen und vereinbaren gemeinsam, was Sie verändern möchten.
Unser Vorgehen orientiert sich unter anderem an den Arbeiten von Prof. Dr. Stefan Klingberg an der Universitätsklinik Tübingen zur kognitiven Verhaltenstherapie bei Psychosen.
Gemeinsam entwickeln wir ein persönliches Verständnis Ihrer Beschwerden. Dabei betrachten wir das Zusammenspiel von Belastungen, Schlaf, individuellen Empfindlichkeiten und hilfreichen Erfahrungen. Auch Ihre Beziehungen und unterschiedliche Sichtweisen in Ihrem Umfeld beziehen wir ein.
Wenn Gedanken bedrohlich wirken oder Stimmen belasten, suchen wir behutsam nach Möglichkeiten, damit umzugehen. Dazu können das Prüfen weiterer Erklärungen, ein anderer Umgang mit der eigenen Aufmerksamkeit und passende Strategien zur Entlastung gehören. Bei Antriebsmangel oder Rückzug planen wir kleine, erreichbare Schritte, die wieder mehr Aktivität und Kontakt ermöglichen.
In der Psychoedukation vermitteln wir verständliches Wissen über Psychosen und ihre Behandlung. Sie lernen, persönliche Frühwarnzeichen zu erkennen und hilfreiche Schritte für belastende Situationen vorzubereiten. Auch der Umgang mit Gefühlen und die Bedeutung von Alkohol, Cannabis oder anderen Substanzen können Thema sein. Wenn Sie möchten, beziehen wir Angehörige oder andere vertraute Menschen in gemeinsame Gespräche und die Krisenplanung ein.
Die Pflege begleitet Sie im Stationsalltag und ist eine wichtige Anlaufstelle für Ihre Fragen und Anliegen. Verlässliche Ansprechpersonen, Gespräche und eine nachvollziehbare Tagesstruktur helfen, Orientierung und Vertrauen zu finden. In einem geschützten und wertschätzenden Rahmen achten wir gemeinsam darauf, was Ihnen guttut, welche Belastungen auftreten und welche Unterstützung Sie im Alltag benötigen. Die Pflege stimmt sich dazu eng mit den anderen Berufsgruppen ab.
Zu unseren angeleiteten Angeboten gehören auch therapeutisches Boxen und Tonschlagen. Dabei können Sie körperlichen Ausdruck erproben und die eigene Anspannung bewusster wahrnehmen. Wir besprechen mit Ihnen, ob und in welcher Form das Angebot zu Ihrer Situation und aktuellen Belastbarkeit passt.
Ausgewählte Bücher, kurze Texte und Arbeitsblätter ergänzen die Gespräche. Gemeinsam besprechen wir, was davon zu Ihrer Situation passt und was Sie im Alltag ausprobieren möchten. Dieses therapeutisch begleitete Lesen wird auch Bibliotherapie genannt. Umfang und Tempo richten sich nach Ihren Interessen und Ihrer Konzentrationsfähigkeit.
Im metakognitiven Training (MKT) geht es darum, das eigene Denken besser kennenzulernen. An Beispielen prüfen wir, wie Schlussfolgerungen entstehen und ob auch andere Erklärungen möglich sind. Wir üben, mit Unsicherheit umzugehen und belastende Überzeugungen mit etwas mehr Abstand zu betrachten.
Wir nutzen das Metakognitive Training für Psychosen, das Prof. Dr. Steffen Moritz am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gemeinsam mit Todd Woodward und weiteren Mitarbeitenden entwickelt hat. Informationen und Begleitmaterialien stellt das Team um Prof. Moritz am UKE Hamburg bereit.
Wenn Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Planung schwerfallen, kann ein angeleitetes kognitives Training unterstützen. Das computergestützte Training mit RehaCom wird bei uns durch die Ergotherapie begleitet. Psychologische Untersuchungen vor und nach dem Trainingsabschnitt helfen, die Übungen auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen und Veränderungen einzuschätzen. Gemeinsam überlegen wir, wie Sie das Geübte im Alltag nutzen können.
Ergotherapie bietet auch dann Ausdrucksmöglichkeiten, wenn es schwerfällt, über Belastungen zu sprechen. Beim Malen, Gestalten mit Ton oder Arbeiten mit Textilien können Sie eigene Fähigkeiten erproben, Ausdauer aufbauen und Tätigkeiten planen. Dabei geht es um konkrete Ziele: wieder eine Aufgabe beginnen und zu Ende führen, Entscheidungen treffen oder den Alltag selbstständiger gestalten. Haushaltsnahes Training, etwa das Vorbereiten und Kochen einfacher Mahlzeiten, unterstützt den Transfer in den Alltag.
In der Musiktherapie bieten einfache Instrumente, gemeinsames Musizieren und Musikhören Raum, Gefühle auszudrücken, sich selbst wahrzunehmen und miteinander in Kontakt zu kommen. Musik kann auch helfen, zur Ruhe zu finden und einen Einstieg ins Gespräch zu erleichtern. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; wie aktiv Sie mitmachen, stimmen wir mit Ihnen ab.
Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Behandlung. Angepasstes Ausdauertraining, zum Beispiel am Ergometer, Physiotherapie und weitere angeleitete Bewegungsangebote unterstützen die körperliche Fitness und können das seelische Befinden und die Bewältigung des Alltags günstig beeinflussen. Auch Spaziergänge und gemeinsame Aktivitäten gehören zum Stationsalltag.
Wir stimmen die Belastung auf Ihre gesundheitlichen Voraussetzungen und Ihre aktuelle Kraft ab. Dabei zählen erreichbare persönliche Ziele und die Freude an Bewegung. Bewegungstherapie kann außerdem helfen, den eigenen Körper und Spannungszustände wahrzunehmen und Gefühle auf andere Weise auszudrücken. Gemeinsam überlegen wir, wie Sie nach dem Aufenthalt aktiv bleiben können und welche wohnortnahen Angebote zu Ihnen passen.
Wir behalten auch Ihre körperliche Gesundheit im Blick. Wir kontrollieren unter anderem Gewicht, Blutdruck und Stoffwechselwerte wie Blutzucker beziehungsweise Langzeitblutzucker (HbA1c) und Blutfette. Ernährungsberatung und praktische Anregungen für Mahlzeiten im Alltag ergänzen Bewegung und Sport. Gewichtsveränderungen nehmen wir ernst und besprechen mögliche Ursachen, einschließlich Medikamentenwirkungen.
Wenn diese Maßnahmen bei einer Gewichtszunahme unter Antipsychotika nicht ausreichen, prüfen wir zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten, etwa Metformin. Nutzen, Risiken und den Einsatz außerhalb der Zulassung für diesen Zweck besprechen wir individuell.
Kurze, angeleitete Achtsamkeitsübungen können unterstützen, Anspannung und Gefühle bewusster wahrzunehmen und hilfreiche Wege im Umgang mit Belastungen zu entwickeln. Dabei greifen wir auch Anregungen aus der Achtsamkeitspraxis nach Jon Kabat-Zinn auf. Übungen und Dauer werden an Ihre Situation angepasst; Sie können jederzeit unterbrechen. Weitere Entspannungsangebote ergänzen die Behandlung. Im Snoezelen-Raum können dosierte Licht-, Klang- und andere Sinneseindrücke eingesetzt werden. Wir achten darauf, was Sie als angenehm erleben.
In der Sozialtherapie und im sozialen Kompetenztraining üben Sie zum Beispiel, eigene Bedürfnisse auszudrücken, Kontakte zu gestalten und Alltagssituationen zu bewältigen. Gemeinsame Aktivitäten helfen, Interessen und vorhandene Stärken wiederzuentdecken. Der Sozialdienst unterstützt bei Fragen zu Wohnen, finanzieller Absicherung, Ausbildung und Arbeit sowie bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung. Wir helfen, nächste Schritte zu ordnen, etwa bei Anträgen oder der Vorbereitung wichtiger Termine.
So kann eine Woche auf Station 4 aussehen
Ein verlässlicher Tagesablauf hilft, Orientierung zu finden. Die folgende Beispielwoche zeigt typische Gespräche, Gruppenangebote, Bewegung und gemeinsame Aktivitäten auf unserer Station. Ihren persönlichen Therapieplan stimmen wir mit Ihnen ab. Er richtet sich nach Ihren Zielen, Ihrem Behandlungsbedarf und Ihrer aktuellen Belastbarkeit; Termine und Angebote können sich ändern.
Die Zeiten dienen zur Orientierung. Manche Angebote finden parallel oder in unterschiedlichen Gruppen statt. Sie nehmen an den für Sie vereinbarten Terminen teil.
Beispielwoche von Montag bis Freitag
Tag
Vormittag
Nachmittag
Abend
Montag
08:30 / 09:30 Ergotherapie in Gruppen
09:00 Einzelvisite
11:15 Bewegungstherapie
12:50 Ergotherapie
13:50 Backgruppenbesprechung
19:00 Stationsgruppe
Abendspaziergang nach Absprache
Dienstag
08:15 Soziales Kompetenztraining
09:15 Offene Ergotherapie (unregelmäßig, nur nach Absprache)
10:15 Bewegungstherapie
11:00 Metakognitives Training
13:45 Lied- und Spielgruppe
19:00 Offene kreative Gruppe
Abendspaziergang nach Absprache
Mittwoch
08:30 Ergotherapie
09:00 Oberärztliche Visite
11:00 Ressourcenaktivierungsgruppe
13:15 Entspannung
13:30 Ergotherapie
16:30 Lebensnahes Training
19:00 Mandala malen
Abendspaziergang nach Absprache
Donnerstag
08:00 Psychoedukation
09:00 Ergotherapie
10:00–12:00 / 13:00 Ausflug
15:30 Genusstraining
19:00 Spieleabend (ohne Spaziergang)
Freitag
08:30 Backgruppe
09:00 Gruppenvisite
09:30 Suchtgruppe
11:15 Bewegungstherapie
14:30 Wochenausklang
19:00 Spaziergang
Angehörige und andere vertraute Personen
Mit Ihrem Einverständnis beziehen wir Angehörige oder andere vertraute Menschen in Gespräche ein. Gemeinsam besprechen wir, welche Veränderungen früh auffallen, wie unterschiedliche Einschätzungen zusammenpassen und was im Alltag entlastet. Verständliche Informationen über die Erkrankung und ein gemeinsam besprochener Krisenplan können dabei helfen. Auch die Fragen, Belastungen und Grenzen Ihrer Bezugspersonen haben Platz.
Zusätzlichen Austausch ermöglicht das Psychose-Seminar Magdeburg: Menschen mit Psychoseerfahrung, Angehörige und Fachleute bringen ihre Perspektiven ein. Informationen zu Terminen sowie Beratungs- und Selbsthilfeangebote für Angehörige finden Sie in unserer Linkliste.
Die Zeit nach dem Aufenthalt
Schon während der Behandlung bereiten wir mit Ihnen die nächsten Schritte vor. Dazu gehören die ambulante Weiterbehandlung und Unterstützung im Alltag. Bei entsprechendem Behandlungsbedarf kann die Psychiatrische Institutsambulanz unserer Klinik einbezogen werden. Auch eine teilstationäre Behandlung in der Tagesklinik kann als Übergang infrage kommen; dabei verbringen Sie den Tag in der Klinik und übernachten zu Hause. Für jüngere Menschen mit ersten oder unklaren Anzeichen einer Psychose ist das FeTZ eine weitere Anlaufstelle.
Was hilft mir, wenn es mir schlechter geht? Wen kann ich ansprechen? Ein persönlicher Krisen- und Notfallplan hält Ihre Warnzeichen, hilfreiche Schritte und wichtige Kontakte fest. Besprechen Sie den Plan möglichst gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam und, wenn Sie möchten, einer vertrauten Person. Die kleine Krisenkarte fasst das Wichtigste für den Geldbeutel zusammen.
Sie können die Dateien am Bildschirm oder nach dem Ausdrucken von Hand ausfüllen. Persönliche Angaben werden durch die PDF-Dateien nicht an die Klinik gesendet. Bitte speichern Sie Ihre ausgefüllte Datei selbst. Zum Drucken der Karte wählen Sie „Tatsächliche Größe“ beziehungsweise 100 %.
Bei unmittelbarer Gefahr für Sie oder andere oder bei einem lebensbedrohlichen Notfall wählen Sie 112. Sie müssen die Schritte des Plans dann nicht erst durchlaufen.
Ärztliche Hilfe: Bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden, die außerhalb der Sprechzeiten nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können, erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Der telefonische Patientenservice ist rund um die Uhr erreichbar.
Ein Gespräch in einer Krise: Die TelefonSeelsorge ist unter 116 123 rund um die Uhr kostenfrei und anonym erreichbar.
Informationen und Unterstützung
Diese Angebote können Ihnen und Ihren Angehörigen helfen, Fragen zu klären und weitere Unterstützung zu finden.
COGITO – Selbsthilfe-App des UKE HamburgKostenfreie, werbefreie Übungen für den Alltag. Das Angebot des Teams um Prof. Steffen Moritz enthält auch Übungen für Menschen mit psychotischen Erfahrungen, möglichst begleitend zum MKT. Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, welche Übungen zu Ihnen passen. Die App ersetzt keine Psychotherapie.
DigiSuchtKostenfreie professionelle Onlineberatung zu Alkohol, Cannabis, Medikamenten und anderen Suchtfragen; auch für Angehörige.
FeTZ MagdeburgInformationen und Beratung zu ersten oder unklaren Anzeichen einer Psychose sowie zur Früherkennung und Behandlung.
Gesundheitsinformation.deUnabhängige Informationen zu Schizophrenie, Behandlung und zum Leben mit der Erkrankung.
psychenetVerständliche Informationen zum Erkennen, Verstehen und Behandeln psychotischer Beschwerden.
Psychose-Seminar MagdeburgTrialogischer Austausch zwischen Menschen mit Psychoseerfahrung, Angehörigen und Fachleuten. Aktuelle Termine finden Sie auf der Klinikseite.
Sozialpsychiatrischer Dienst MagdeburgKostenfreie Beratung und Unterstützung vor Ort für Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen. Informationen zur Kontaktaufnahme finden Sie auf der städtischen Seite.
Forschung und Studienteilnahme
Unsere klinische Arbeit ist mit der Forschung der Universitätsklinik verbunden. Die Arbeitsgruppe Translationale Psychiatrie unter Leitung von Prof. Dr. Johann Steiner untersucht unter anderem, welche Rolle Immun- und Entzündungsprozesse sowie der Stoffwechsel bei psychischen Erkrankungen spielen. Ziel ist es, Erkrankungen besser zu verstehen und Diagnostik und Behandlung weiterzuentwickeln.
Wenn eine Studie für Ihre Situation infrage kommt, informieren wir Sie gesondert über Ziele, Ablauf sowie mögliche Belastungen und Risiken. Die Teilnahme ist freiwillig. Wenn Sie nicht teilnehmen möchten, entstehen Ihnen daraus keine Nachteile für Ihre reguläre Behandlung.
Als Universitätsklinik beziehen wir aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in die Behandlung ein und besprechen das Vorgehen im Team.
Aufnahme und Kontakt
Für eine geplante stationäre Aufnahme nutzen Sie bitte die zentrale Anmeldung unserer Klinik. Dort finden Sie die benötigten Angaben; ein Einweisungsschein ist erforderlich. Bei organisatorischen Fragen unterstützt Sie das Case Management unter 0391 67 15024. Fragen zur Station beantwortet das Stationsteam unter 0391 67 15231.
Das hilft bei der Vorbereitung
Notieren Sie, welche Veränderungen Sie bemerken, seit wann sie bestehen und welche Fragen oder Ziele Ihnen wichtig sind.
Bringen Sie vorhandene Vorbefunde und einen aktuellen Medikamentenplan mit.
Überlegen Sie, ob Sie eine vertraute Person zu einem Gespräch hinzuziehen möchten.
Für eine geplante stationäre Aufnahme nutzen Sie bitte die zentrale Anmeldung unserer Klinik. Dort finden Sie die benötigten Angaben; ein Einweisungsschein ist erforderlich. Bei organisatorischen Fragen unterstützt Sie das Case Management unter 0391 67 15024. Fragen zur Station beantwortet das Stationsteam unter 0391 67 15231.
Das hilft bei der Vorbereitung
Notieren Sie, welche Veränderungen Sie bemerken, seit wann sie bestehen und welche Fragen oder Ziele Ihnen wichtig sind.
Bringen Sie vorhandene Vorbefunde und einen aktuellen Medikamentenplan mit.
Überlegen Sie, ob Sie eine vertraute Person zu einem Gespräch hinzuziehen möchten.