VISIONS-Projekte 2026
Zuwendungstitel: DZPG Ausbauförderung - VISIONS2 - Partner Uni Magdeburg
Förderkennzeichen: 01EE2601H
Projektlaufzeit: 01.07.2026 - 30.06.2029
Fördermittelgeber: bund; BMFTR (bei Antragstellung BMBF)
Zuwendungsempfänger: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät
Die VISIONS-Förderlinie unterstützt standortübergreifende Forschungsprojekte, die neue Fragestellungen von hoher gesellschaftlicher Relevanz aufgreifen. Im Mittelpunkt stehen innovative, inter- und transdisziplinäre Ansätze zu Risiko und Resilienz, individualisierten Interventionen sowie Prävention, Genesung und Teilhabe. Alle ausgewählten Projekte verbinden mindestens zwei DZPG-Standorte miteinander. Die OVGU Magdeburg ist in der zweiten VISIONS-Förderung an den Projekten DopaDys-MRI, Eva-Stim, LEGUAN und UNIty beteiligt.
DopaDys-MRI – Dopaminerge Dysregulation und Belohnungsverarbeitung
Projekt-ID: VISIONS26-JE1
Vollständiger Projekttitel: Dopaminerge Dysregulation als transdiagnostischer Biomarker veränderter Belohnungssensitivität – Entwicklung eines MRT-basierten, PET-kalibrierten Verfahrens zur präzisionsmedizinischen Stratifizierung
DopaDys-MRI untersucht, ob sich Veränderungen des Dopaminsystems künftig mit MRT-Verfahren zuverlässig erfassen lassen. Dopamin spielt eine zentrale Rolle für Motivation und Belohnungsverarbeitung und kann bei verschiedenen psychischen Erkrankungen verändert sein. Bislang lassen sich solche Veränderungen jedoch nur begrenzt mit leicht verfügbaren bildgebenden Verfahren auf Ebene einzelner Personen bestimmen. Das Projekt entwickelt deshalb MRT-basierte Marker, die zunächst anhand molekularer PET-Daten überprüft und kalibriert werden.
Anschließend werden die entwickelten Marker in einer standortübergreifenden Stichprobe entlang des depressiven Spektrums untersucht. Dabei werden harmonisierte MRT-Verfahren mit Messungen der Belohnungsverarbeitung sowie struktureller und funktioneller Konnektivität verbunden. Ziel ist es, Muster dopaminerger Dysregulation präziser zu charakterisieren und daraus langfristig auch individuelle Zielregionen für neuromodulatorische Behandlungen ableiten zu können.
Koordination in Magdeburg: Prof. Dr. Thomas Nickl-Jockschat (KPSY)
Federführung: Dr. Alexander Weuthen (FSU)
Partnereinrichtungen: Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim(ZI) Charité - Universitätsmedizin[CCM] Universitätsklinikum Tübingen (UT) Otto-von-Guericke Universitätsklinikum Magdeburg (UMMD/OVGU)
EVA-Stim – Vagusnervstimulation bei prämenstrueller dysphorischer Störung
Projekt-ID: VISIONS26-JE3
Vollständiger Projekttitel: Evaluation der transkutanen aurikulären Vagusnervstimulation im Home-Treatment bei prämenstrueller dysphorischer Störung
EVA-Stim untersucht eine nicht-invasive Form der Vagusnervstimulation als möglichen Behandlungsansatz bei der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS). Bei der transkutanen aurikulären Vagusnervstimulation wird der Vagusnerv über die Haut am Ohr stimuliert. Das Projekt untersucht sowohl die Wirksamkeit der Methode als auch mögliche Wirkmechanismen und prüft, wie sich die Behandlung alltagsnah als Home-Treatment umsetzen lässt. Digitale Erhebungsverfahren ermöglichen dabei eine kontinuierliche Beobachtung von Symptomen und Behandlungsverläufen außerhalb der Klinik.
Nach einer standortübergreifenden Vorbereitungs- und Pilotphase wird die Intervention an mehreren DZPG-Standorten untersucht. Neben klinischen Veränderungen werden unter anderem Verhaltens- und Symptomverläufe, mögliche frühe Ansprechmuster sowie Umsetzbarkeit und Akzeptanz der Behandlung betrachtet. Patientinnen und weitere relevante Akteur:innen werden bereits bei der Vorbereitung der Studie einbezogen. Damit soll eine Grundlage für praktikable, patientinnenorientierte und perspektivisch stärker personalisierte neuromodulatorische Behandlungsansätze geschaffen werden.
Projektleitung & Federführung in Magdeburg: Dr. Maria Kühne (KNEU)
Partnereinrichtungen: Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim(ZI) Universitätsklinikum Tübingen (UT) Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) Technische Universität München (TUM) Charité - Universitätsmedizin[CCM]
LEGUAN – Psychische Gesundheitskompetenz in der Grundschulbetreuung
Projekt-ID: VISIONS26-BO2
Vollständiger Projekttitel: Lebenswelt Grundschule: Erhalt und Aufbau Neuer psychischer Gesundheitskompetenzen
LEGUAN setzt dort an, wo Kinder einen großen Teil ihres Alltags verbringen: in der Grundschule und ihrer Betreuung. Im Mittelpunkt stehen Mitarbeitende in der Schulbetreuung, die keine pädagogische Fachausbildung haben, aber dennoch regelmäßig mit Kindern und deren Belastungen und Bedürfnissen umgehen. Das Projekt untersucht zunächst, welche Kenntnisse, Handlungskompetenzen und Unterstützungsbedarfe diese Beschäftigten haben und unter welchen organisatorischen Bedingungen sie arbeiten.
Auf dieser Grundlage wird eine praxisnahe Schulung zur psychischen Gesundheitskompetenz entwickelt, erprobt und an unterschiedliche regionale Bedingungen angepasst. Das Programm baut auf dem Curriculum des DZPG-Flagships „Urban Mental Health“ auf und verbindet Grundlagenwissen mit konkreten Lösungsstrategien für den Betreuungsalltag. Nach einer ersten Machbarkeits- und Wirksamkeitsprüfung soll das Konzept an weiteren Standorten pilotiert und perspektivisch als übertragbares Angebot in den DZPG-Werkzeugkoffer aufgenommen werden.
Koordination in Magdeburg: Prof. Dr. Kerstin Krauel (KJP)
Federführung: Dr. Lukka Popp & Dr. Babett Voigt (RUB)
Partnereinrichtungen:Universitätsklinikum Tübingen (UT) Otto-von-Guericke Universitätsklinikum Magdeburg (UMMD/OVGU) Friedrich-Schiller-Universität Jena(FSU)
UNIty – Digitale Prävention für die psychische Gesundheit von Studierenden
Projekt-ID: VISIONS26-MUC4
Vollständiger Projekttitel: Uniting Networks, Interactions and Technology for Youth Mental Health
UNIty untersucht, wie psychische Belastungen bei Studierenden früher erkannt und mit niedrigschwelligen, personalisierten Angeboten aufgefangen werden können. Dafür verbindet das Projekt aktive Angaben der Studierenden mit passiv erfassten Sensordaten aus dem Alltag. Aus diesen Informationen sollen individuelle Belastungsprofile entstehen, die Veränderungen frühzeitig sichtbar machen und eine bedarfsgerechtere Unterstützung ermöglichen.
Auf dieser Grundlage werden zwei präventive Angebote entwickelt: ein KI-gestützter Chatbot zur personalisierten psychologischen Unterstützung und ein Buddy-Programm, das soziale Verbundenheit und gegenseitige Unterstützung fördern soll. Das digitale Monitoring umfasst unter anderem kurze alltagsnahe Befragungen, Sprachdaten und Mobile-Sensing-Daten. In einer anschließenden multizentrischen randomisierten Studie mit insgesamt rund 1.000 Studierenden werden die Ansätze erprobt und die zugrunde liegenden KI-Modelle weiterentwickelt.
Koordination in Magdeburg: Prof. Dr. Kerstin Krauel (KJP)
Federführung: Prof. Dr. Lennart Seizer (LMU)
Partnereinrichtungen: Technische Universität München (TUM) Philipps-Universität Marburg (UMR) Friedrich-Schiller-Universität Jena(FSU) Universitätsklinikum Tübingen (UT) Otto-von-Guericke Universitätsklinikum Magdeburg (UMMD/OVGU) Freie Universität Berlin (FU Berlin)
